Welchen Namen bekommen verheiratete Priester, wenn sie geweiht werden?

By CopticBot.ai (Coptic Space Inc.) · Last reviewed 2026-10-10

Wenn ein verheirateter Mann zum Priester (– Presbyteros, ein griechisches Lehnwort im Koptischen) geweiht wird, erhält er in der Regel einen Namen eines Heiligen, Apostels, Märtyrers oder Kirchenvaters. Es gibt hierfür feste Traditionen und Abläufe:

1. Art der Namen

Priesternamen stammen aus der heiligen Überlieferung und der Heiligen Schrift:

  • Apostel und Evangelisten: z. B. Petrus, Paulus, Markus, Johannes, Lukas, Matthäus, Stephanus.
  • Große Kirchenväter und Theologen: z. B. Athanasius, Kyrillos, Basilius, Gregorios, Johannes Chrysostomus.
  • Märtyrer: z. B. Georgios (Girgis), Mina, Philopateer (Mercurius), Theodoros.
  • Wüstenväter und Mönche: z. B. Antonius, Pachomius, Macarius, Bishoy, Shenouda.

2. Wie der Name festgelegt wird

  • Neuer Name durch den Bischof: In den meisten Fällen wählt der weihende Bischof (oder der Patriarch) einen neuen Namen für den Kandidaten aus, oft in Anlehnung an den Patron der Kirche, die geistlichen Tugenden oder ein bestimmtes Vorbild.
  • Altar-Los: Mancherorts werden mehrere geeignete Namen auf Zettel geschrieben und auf den Altar gelegt; nach Gebeten wird ein Name gezogen, um den Willen Gottes zu erbitten.
  • Beibehaltung des Taufnamens: Trägt der Kandidat bereits den Namen eines bedeutenden Heiligen (z. B. Markus, Johannes, Antonius), kann der Bischof beschließen, dass er seinen bisherigen Namen auch im Priesteramt beibehält.

3. Verkündigung während der Weiheliturgie

Der Name wird während des Sakraments der Priesterweihe offiziell bekannt gegeben:

  1. Vor dem Altar ruft zuerst der Erzdiakon den neuen priesterlichen Namen vor dem Volk aus.
  2. Anschließend legt der Bischof seine Hand auf und segnet den Neugeweihten dreimal mit dem Kreuzzeichen unter Nennung des Namens:

„Wir berufen dich, [Name], zum Priester für den heiligen Altar der Kirche [Name der Kirche]...“

  1. Das Volk antwortet mit dem Ruf Axios.

4. Anrede nach der Weihe

Nach der Weihe legt der Priester weltliche Titel ab. Er wird mit dem Ehrentitel Abouna (arabisch für „unser Vater“, verwandt mit dem koptischen / Abba) angesprochen, gefolgt von seinem priesterlichen Namen – beispielsweise Abouna Mina, Abouna Athanasius oder Abouna Markus.

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